12
Feb 2010

Wissenschaftspopulismus entlarvt

Thema: Gesundheit & Politik

Zugfahren bildet. Im ICE hat ein Fahrgast die aktuelle Ausgabe (02/2010) des ReformhausKurier zurück gelassen. Interessiert lese ich dort den Artikel über „Vitamine satt“, wie es auf der Titelzeile prangt.

Nahrungsergänzung dient, wie der Name schon sagt, als zusätzliche Vitamin- und Mineralstoffquelle; sie kann Lücken schließen, die durch eine unzureichende Versorgung über die Nahrung entstehen.

Der Beitrag von Doris Eschenauer setzt sich u.a mit einer viel zitierten Studie eines serbisch-dänischen Forscherteams aus dem Jahr 2007 auseinander, die vor den Gefahren von Antioxidanzien warnte und damit bis heute in den Publikumsmedien viel zitiert wird, wie schon Science Blogger Peter Artmann dokumentiert hat.
Professor Dr. Hans K. Biesalski hat dazu bereits kurz nach dem Erscheinen der Bjelakovic-Studie Stellung genommen und sie als „Wissenschaftpopulimus“ entlarvt.
Auch im aktuellen Reformhaus-Artikel kommt Biesalski zu Wort, wo er beispielhaft auf mögliche Folgen eines Vitamin-D-Mangels hinweist: das Defizit kann sich z.B. in Form chronischer Schmerzen des Bewegungsapparates bemerkbar machen.


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3 Kommentare
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JustBeep
JustBeep
12 Jahre zuvor

Wenn ich das lese, fällt mir einfach eine Zeile aus „The Boxer“ von Simon & Garfunkel ein, den der Autor sicher auch kennen wird: „Still a man hears what he wants to hear and disregards the rest …“

Warum sollte sich ein Vitalstoff-Blog auch selbst „zerlegen“, indem eine Studie anerkannt wird, die schon die Idee von aktiver Einnahme von „Vitalstoffen“ fragwürdig macht?!?

Nein, ich erwarte nicht wirklich, daß Sie über diesen Schatten springen können… auch wenn ich als Wissenschaftspopulismus bezeichne, wenn man trotz mangelnder wissenschaftlicher Beweise für die Wirksamkeit der „Vitalstoffe“ etwas propagiert, von dem man nur sich selbst überzeugt hat.

trackback
12 Jahre zuvor

[…] zitiert wurden nur Studien, die sich kritisch mit Vitalstoffen auseinander setzten. Vor allem die hier schon behandelte serbisch-dänische Studie (die bezeichnender Weise bereits drei Jahre alt wurde, bevor sie der SWR-Autor wahrgenommen hat) […]