30
Jun 2021

Lissabon und die Folgen von Covid

Thema:

Nachdem ich gestern ein Interview unserer Kollegin Celia Farber mit Dr. Andre Dias über die Bedeutung des Urteils eines Gerichts in Lissabon veröffentlicht und auf Meldungen verlinkt habe, wonach seit Januar 2020 nur 152 Tote in Portugal „an Covid“ starben, während offizielle Statistiken von 17.000 Corona-Toten sprechen, haben mich heute zahlreiche Nachfragen und Hinweise erreicht, welche die Bedeutung des Urteils und seine Interpretation betrafen.

Ich habe daraufhin nochmals persönlich Kontakt zu Dr. Dias aufgenommen, der seine Dissertation über das „Modelling von Lungenkrankheiten“ am Münchner Helmholtz-Institut verfasst hat, und ihn befragt. Parallel laufen Arbeiten an der Übersetzung des Urteils. Doch egal, wie die Übersetzung ausfällt: die Botschaft steckt wohl zwischen den Zeilen.

Die Verwirrung ist entstanden, weil zahlreiche Faktenchecks die Aussage von Dias als falsch bewerten, da das Urteil nur auf einen Teil der Todeszahlen eingehe, konkret auf jene Totenscheine, welche unter der Verantwortung des Justizministeriums erstellt worden seien. Es könne weitere Totenscheine bzw. Obduktionsbefunde geben (und, so die Unterstellung, dem sei auch so). Folglich sei die Aussage, in Portugal seien nur 152 Menschen an Covid-19 gestorben, unzulässig und falsch.

Hierzu merkte Dr. Dias bereits am 19. Juni auf seiner Webseite an:

Seit März 2020 sind in Portugal 152 Menschen an Covid gestorben, wie das Gesundheitsministerium offiziell mitteilte und ein Gericht bestätigte.

Alle „anderen“ starben an allem anderen, was tötet, und hatten nur einen positiven PCR-Test, der keine Aussagekraft hat!

Die Daten stammen aus SICO, dem einzigen Totenscheinsystem in Portugal. Der Verweis auf „unter der Aufsicht des Justizministeriums“ ist fadenscheinig, alle werden unter der Aufsicht des Justizministeriums ausgestellt, das die einzige Institution ist, die sie ausstellt.

Wir erleben einen Betrug von bisher ungekannten Ausmaßen.

Auf eine Popularklage hin war eine Klage vor Gericht nötig, um das Ministerium zur Antwort zu bewegen, welches verzweifelt versuchte, den Betrug nicht öffentlich werden zu lassen.

(…)

Konkret also handelt es sich bis zum Beweis des Gegenteils um eine gerichtlich bestätigte Tatsache, dass dem Ministerium nicht mehr als 152 Todesfälle bekannt sind, bei der Covid die zugrundeliegende Todesursache („Causa Basica„) gewesen ist (von denen 132 die Codierung „U071, Covid-19 laborbestätigt“, und 20 die Codierung „U072 Covid-19 ohne bestätigten Labornachweis“ trugen), weil die Frage, auf welche das Ministerium zur Antwort gezwungen werden musste lautete: Wie viele Menschen sind an den Folgen von Covid gestorben?“.

Die im Interview angesprochene weitere Frage nach bestätigten Obduktionsbefunden ist in dier Hinsicht irrelevant. Zwar wurde gefragt: Bei wie vielen davon wurde die Todesursache durch eine Autopsie bestätigt?“. Allerdings ist diese Zahl ausweislich des Urteil sehr gering: Bei 148 von 152 Toten im Zusammenhang mit Covid wurde auf eine Obduktion verzichtet. Nur 4 wurden obduziert (davon 3 Laborbestätigte Covid-Fälle und ein Fall ohne Labornachweis).

Die Frage ist demnach also weniger eine nach der Quelle der Totenscheine (hier sagt Dias, dass alle Totenscheine unter der Aufsicht des Justizministeriums ausgestellt werden. Ob dies von den am Insititut für Rechtsmedizin und Forensik INMLCF geschah oder nicht, war den Klägern gleichgültig), sondern nach der zugrundeliegenden Todesursache zu sein. Hierzu verweise ich auf die Aussage des Senators und Arztes Scott Jensen, der bereits im Januar 2021 im Interview mit Del Bigtree darauf hinwies, dass die Totenscheine in den USA entsprechend verändert worden sind. Demnach wurden alle Toten, in denen an beliebiger Stelle (unter „beitragenden Faktoren/Contributing Cause“) Covid-19 eingetragen war, als Corona-Tote gezählt. Auch wenn die Todesursache ein Verkehrsunfall oder Ertrinken gewesen ist.

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Es ist also wahrscheinlich, dass die Fragesteller in Lissabon mit ihrer Formulierung den Nagel auf den Kopf getroffen haben, welche das Gesundheitsministerium zwang, Farbe zu bekennen und die tatsächliche Anzahl der Fälle anzugeben, in denen Covid die zugrundeliegende Todesursache (Causa basica) war.


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