25
Jun 2022

Der Bundestag zieht Corona-Bilanz?

Thema: Gesundheit & Politik

Das Transkript der 51. Ausgabe der Gesunden Stunde vom 24. Juni 2022.

Siggi Ober-Grefenkämper: Liebe Hörerinnen und Hörer von OS Radio 104,8, unsere Erkennungsmelodie Gesundheit von Xavier Cougat begleitet uns auch in der nunmehr 51. Ausgabe der gesunden Stunde, zu der ich, Siggi Ober-Grefenkämper Sie herzlich einlade. Alle vier Wochen freitags zur gleichen Sendezeit werfe ich in unserem Bürgerfunk-Format mit meinem Kollegen, Klartext Herausgeber Uwe Alschner einen kritischen Blick auf das globale Gesundheitsgeschehen. Wir übernehmen für die nächsten 57 Minuten die Sendung Verantwortung. Dabei ist es uns wichtig, dass bei aller Meinungsfreiheit keine negativen Rückschlüsse auf OS-Radio 104,8 gezogen werden können. Als medizinisch interessierte Laien ohne Fachausbildung gehen wir in freier Meinungsbildung in den Dialog und schließen dabei auch Themen nicht aus, die polarisieren und Kontroversen auslösen könnten. Darum möchte ich noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Gesunde Stunde der Bereitstellung von Informationen und Inhalten dient, die nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert sind, durch Quellennachweise belegt werden können, und aus denen sich jeder eine eigene Meinung bilden sollte.
Wir haben uns bei den sommerlichen Temperaturen dazu entschlossen, unsere Vorproduktion in freier Natur aufzunehmen. Daher bitten wir, wenn Hintergrundgeräusche zu hören sind, wie beispielsweise die spielenden Kinder im Schwimmbad, dies zu entschuldigen.
Aber nun zum Thema. Der Ruf, dass bei allen schwerwiegenden und nachhaltig festgelegten Entscheidungen über unsere Gesundheit nicht nur Fachleute gehört, sondern auch die Bevölkerung bei Maßnahmen besser mitgenommen werden, erschallt immer lauter. So verwundern Schlagzeilen aus der jüngsten Zeit, in denen der Bundestags-Sachverständigen-Ausschuss und der Satz „Keine Beweise für irgendeinen Nutzen von Lockdown“ auf vielen medialen Plattformen eine Rolle spielen, nicht wirklich. Das Team der Gesunden Stunde hinterfragt dieses womöglich heiße Eisen in der heutigen Sendung und spricht nach unserem ersten Musiktitel “It hurts me too” von Eric Clapton darüber.

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Siggi Ober-Grefenkämper: [00:02:38] Zurück in der gesunden Stunde begrüßt sie am Mikro Siggi Ober-Grefenkämper. In der aktuellen Ausgabe unseres Radio Magazins, das sich regelmäßig mit Gesundheitsthemen auseinandersetzt, geht es unter anderem um die Aussage „Keine Beweise für den Nutzen von Lockdown“ und die Rolle des Bundestags Sachverständigen Ausschusses zu diesem Thema. Aber insgesamt versuchen wir auch, eine Bilanz zu den bisherigen Maßnahmen zu ziehen. Hierzu begrüße ich meinen Kollegen Klartext Herausgeber Uwe Alschner, der als Historiker, Mensch mit beruflichen Erfahrungen in der Politik, und gesundheitsinteressierter Bürger auch heute wieder mein Gesprächspartner ist. Hallo Uwe, herzlich willkommen und danke, dass Du mir mit deinem Wissen und Interesse an Gesundheitsthemen als Gesprächspartner zur Verfügung stehst.

Uwe Alschner: [00:03:21] Hallo lieber Siggi, hallo liebe Hörerinnen und Hörer, auch von mir herzlich willkommen zur 51. Ausgabe der Gesunden Stunde. Wissen, Siggi, das ist so ein großes Wort. Nennen wir es “Erfahrungen”. Wissen ist im Zweifelsfall mit einer sehr kurzen Halbwertszeit versehen. Das heißt, es ändert sich immer wieder, neue Erkenntnisse kommen dazu. Erfahrungen haben wir alle mehr oder weniger gemacht und ich bin gerne bereit, mit dir vor dem Hintergrund meiner Erfahrung über das zu sprechen, was uns hier alle miteinander, glaube ich, doch sehr bewegt hat in den letzten zwei Jahren.

Siggi Ober-Grefenkämper: [00:03:49] Vielen Dank, Uwe. Die Sinnhaftigkeit der Lockdowns und der Maßnahmen ist in den vergangenen zwei Jahren mit sehr unterschiedlichen Meinungen immer wieder debattiert worden. Der österreichische Publizist Dr. Peter F. Mayer schrieb hierzu am 13 Juni folgendes: “In einigen Ländern wie etwa Dänemark gibt es eine seriöse wissenschaftliche Auseinandersetzung über den bisherigen Verlauf und die getroffenen Maßnahmen. Es gab Entschuldigungen in den Medien für die Panikmache und man startete sogar einen eigenen Corona-Faktencheck, um gegen die Panikmache anzukämpfen.” Uwe, kennst du Länder, die Maßnahmen-technisch einiges anders gemacht, revidiert, die mediale Panikmache kritisiert und sich wirklich damit auseinandergesetzt haben? Oder ist die von mir zitierte Aussage Wunschdenken des Verfassers und reine Verschwörungstheorie?

Uwe Alschner: [00:04:42] Ja, Sigi, was für eine interessante, spannende Fangfrage. Natürlich kenne ich Länder, sind mir Länder bekannt, die mit dem, was man allgemein jetzt “Pandemie“ nannte, anders umgegangen sind, als das das Großteil der Länder auf der Welt getan hat. Denn das muss man auch konzedieren: es ist eine überwältigende Mehrheit von Staaten auf dieser Welt, die sehr einheitlich vorgegangen sind. Und allein das ist schon etwas, was uns mal nachdenklich stimmen sollte. Denn wann hat es das gegeben, dass so viele Länder, so viele politische Richtungen so einhellig einer Meinung gewesen sind? Nun kann man entgegnen: “ja, das ist aber genau der Punkt, weil es ja so außergewöhnlich, besorgniserregend und gefährlich gewesen ist.” Und am Anfang war das sicherlich auch eine vernünftige Haltung.
Ich glaube aber, jetzt, nach zweieinhalb Jahren muss man feststellen, dass es so besonders außergewöhnlich tatsächlich nicht gewesen ist im Hinblick auf die Auswirkungen, im Hinblick auf die Sterblichkeit. Das sieht man inzwischen sehr gut in den Betrachtungen über verschiedene Länder und Kontinente sogar hinweg. Dass es dort im Großen und Ganzen keine erkennbaren Unterschiede gibt hinsichtlich der jeweiligen Maßnahmen, die die einzelnen Länder ergriffen haben oder eben nicht ergriffen haben.

Ich erinnere nur an einen Satz von Bill Gates und seiner Frau Melinda. Am Anfang haben die öffentlich darüber spekuliert, dass gerade Afrika ja sehr, sehr hart würde getroffen werden von dieser Pandemie und dass man sich darauf vorbereiten müsse, dass man Berge von Leichen in den Straßen von Afrika erleben werde müssen, weil es dort eine besondere Gefährdung gegeben habe.

Nichts davon ist der Fall. Im Gegenteil muss man feststellen, dass Afrika ein Kontinent ist, der vergleichsweise sehr wenig von dieser Pandemie mitbekommen hat.

[00:06:41] Und die Gründe dafür? Das sind interessante Fragen, über die man nachdenken muss. Denn verdichtet ist Afrika, sind die Metropolen dort natürlich sogar noch teilweise mehr als bei uns. Das heißt, dies Bevölkerungsdichte allein kann das nicht sein. Nigeria ist ein Land mit vielen, vielen Millionen Einwohnern und die Hauptstadt ist dichtest bevölkert. Nairobi, Kenia ist ähnlich. Johannesburg, Südafrika ebenfalls. Trotzdem haben diese Länder dort erkennbar viel, viel weniger Todesopfer pro 100.000 oder pro Million, je nachdem, welchen Schlüssel man da anlegt, zu verzeichnen gehabt.

Und die Gründe dafür? Das ist ja der Punkt, über den dann auch dieser von Dir schon erwähnte Sachverständigen-Ausschuss des Bundestages beraten soll. Das ist etwas, worüber wir debattieren müssten. Gerade wenn es eben nicht so außergewöhnlich anders gewesen ist, warum dann diese Einheitlichkeit? Und da kommt man dann letztendlich schon zu verschiedenen Erklärungsansätzen, die für jeden, der ein bisschen mit Politik und Lobbyarbeit zu tun gehabt hat, so wie ich das in meiner beruflichen Laufbahn tatsächlich hatte, auch im Gesundheitswesen. Ich war Geschäftsführer des Interessenverband der kommunalen Krankenhäuser über zwölf Jahre und habe dort versucht, gegen den Trend zur Kommerzialisierung, sprich zur wirtschaftlichen Ausnutzung des Bereichs Gesundheitswesen, zu arbeiten. Das ist sehr, sehr schwer, weil dort die Lobby von interessierten privaten Interessen extrem groß ist.
Darüber haben ja auch schon ehemalige Gesundheitsminister gesprochen. Horst Seehofer hat das ja schon mal gesagt, dass die Lobby alles bestimmt. Und diese Konsequenzen, die sich dann daraus ergeben, die sollte man gesellschaftlich – glaube ich – viel, viel stärker diskutieren, als das bisher erfolgt ist.

Siggi Ober-Grefenkämper: [00:08:17] Uwe, bevor wir auf den sogenannten Lobbyismus vielleicht noch mal zu sprechen kommen, möchte ich ein weiteres Zitat aus dem Artikel vorlesen: “Solch einer Auseinandersetzung”, gemeint sind die Lockdown-Maßnahmen “wurde bei uns nicht geführt, obwohl in Deutschland offenbar der Bundestags-Sachverständigen-Ausschuss”, den hast du eben auch gerade schon erwähnt, “gearbeitet hat und zu einem Ergebnis gekommen zu sein scheint.” Uwe, zunächst einmal: was ist der Bundestags-Sachverständigen-Ausschuss, und was hat er mit den Maßnahmen womöglich zu tun?

Uwe Alschner: [00:08:53] Der Bundestag ist ja die Repräsentanz des deutschen Volkes, das heißt die Volksvertretung. Und der Bundestag hat zum Glück beschlossen, dass die Maßnahmen, die ja historisch einmalig in ihrer Größenordnung gewesen sind, auch was das Wirtschaftliche angeht, es sind Summen bewegt worden, die einem schier Schwindel-Schweißtropfen auf die Stirn treiben können. Der Bundestag hat beschlossen, dass es dazu eine wissenschaftliche Evaluierung geben soll, und das ist dieser erwähnte Sachverständigen-Ausschuss. Es sind verschiedene Sachverständige berufen worden in diesen Ausschuss hinein, um nachträglich zu bewerten: Hat das jetzt was gebracht? Und allein die Berufung war schon ein Politikum, weil unter anderem beispielsweise Professor Drosten in dieser [Kommission sein] sollte, der seinerseits tatsächlich maßgeblich die Regierung beraten hat, und nicht nur die Regierung, sondern der auch durch seine Einbettung in die internationalen Organisationen mitbeteiligt war. So, und das heißt, die Teilnahme von Herrn Drosten ist dann letztendlich nicht zustande gekommen, weil es da selbst in unserer Gesellschaft einmal Kopfschütteln gegeben hat, sodass es nun andere Sachverständige gibt, die darüber beraten.

Und was die befinden, das wissen wir noch nicht. Und ob sie tatsächlich zu einem Bericht kommen werden, das wissen wir auch nicht, weil natürlich [ist] das ist ein ganz heißes Eisen. Im Zweifelsfall würde man feststellen, das, was ich hier eingangs auch schon versucht habe, zusammenzufassen, dass es, wenn man mal um den Globus schaut, dass es da mehr oder weniger keinen Unterschied gemacht hat, wie ein Land drauf reagiert hat, was die Frage der Todesfälle und und sonstigen Auswirkungen letztendlich dann ablesen lässt.

Siggi Ober-Grefenkämper: [00:10:29] Uwe, “Aufstehen-Mensch” von Alexa Feser heißt unser nächster Musiktitel. Danach sprechen wir weiter.

[Musik]

Siggi Ober-Grefenkämper: Liebe Hörerinnen und Hörer von OS-Radio 104,8, zurück in der Gesunden Stunde begrüßt sie Siggi Ober-Grefenkämper am Mikro. Im Gespräch mit Klartext Herausgeber Uwe Alschner. Unser Thema ist heute… Wir versuchen eine Bilanz zu den bisherigen Maßnahmen und Lockdowns zu ziehen und sprechen auch unter anderem über einen Ausschuss, der für alle sehr wichtig sein könnte.

In dem ersten Block habe ich mich auf einen Beitrag eines österreichischen Publizisten, und zwar Dr. Peter Mayer, bezogen und möchte gleich im zweiten Block einen weiteren Absatz aus diesem Artikel zitieren. Weiterhin wird in dem Artikel auf folgende Übersetzung eines englischen Beitrages hingewiesen, den ich für meine nächste Frage zitieren möchte: “Vor ein paar Wochen schrieb ich über die Versuche von Karl Lauterbach, die Arbeit eines Expertenausschusses zu verzögern, der vom Bundestag beauftragt wurde, die Wirksamkeit von Abriegelung und anderen Eindämmungs-Maßnahmen in Deutschland zu bewerten. Christian Drosten ging so weit, dass er aus dem Ausschuss zurücktrat und ein weitschweifige Radiointerview gab, in dem er sich darüber beklagte, dass dem Evaluierungs-Gremium nicht genug Zeit eingeräumt worden sei und dass es mit den falschen Leuten besetzt worden sei. Die ganze Kontroverse kam mir merkwürdig vor. Sicherlich würde es sich um eine milde Schönfärberei der Maßnahmen handeln und so musste man sich fragen, warum Drosten und Lauterbach sich überhaupt die Mühe machten. Nun, ich habe mich geirrt. Der Ausschuss bereitet überhaupt keine Schönfärberei vor. Stattdessen werden Sie einen größtenteils ehrlichen Bericht vorlegen, indem Sie zugeben, dass es keine Beweise dafür gibt, dass die deutsche Abriegelung irgendetwas bewirkt hat. Die Süddeutsche Zeitung hat einen Entwurf des Berichts erhalten, der gegen Ende des Monats, sprich am 30 Juni, veröffentlicht werden soll.”
Uwe, könnte es sein, dass der Verfasser mit diesen Zeilen jemanden ans Bein pinkeln will? Denn dass Politiker aus Angst vor Diskreditierung ihrer Vorgehensweise Informationen, Aussagen, Studien oder Beschlüsse zurückhalten könnten, scheint für die meisten Normalbürger undenkbar. Hast du dazu eine Meinung?

Uwe Alschner: [00:12:54] Ich verstehe deine Frage ehrlich gesagt nicht, Siggi. Ob ob jemand jemandem anderen ans Bein pinkeln möchte, weiß ich nicht. Kommt immer wieder offensichtlich vor, ist aber letztendlich irrelevant. Ich glaube, was wir erst mal wirklich uns vor Augen führen müssen, ist: Wir wissen nicht, ob das, was da diskutiert wird, tatsächlich so ist. Also ob der Ausschuss Schönfärberei betreibt oder nicht. Das wissen wir nicht, denn wir haben es nur mit Berichten über nichtöffentliche Texte zu tun. Und da muss man leider in den letzten zwei Jahren auch konstatieren: Es hat sehr, sehr viel Desinformation gegeben, das heißt, das, was wahr ist, und das, was unwahr ist, das ist nicht mehr einfach zu unterscheiden, was es für die Bevölkerung natürlich auch schwer macht.
Was meine ich damit? Also beispielsweise erleben wir jetzt, dass erneut der WHO Generaldirektor höchstselbst von einem Labor-Unfall ausgeht, dass dieses Virus tatsächlich manipuliert aus dem Labor stammt. Und jeder Wissenschaftler, der das früh zunächst einmal in den Raum gestellt hat als Möglichkeit, wurde sofort in seiner Existenz maßgeblich zerschossen. Das ist ein Argument dafür, weshalb Wissenschaftler – und das, war du zitiert hast, ist der Text eines anonymen publizierenden Wissenschaftlers namens Eugyppius. Das ist ein ein humanistischer Gelehrter gewesen. Der Name ist eben ein Pseudonym für jemanden, der aus dem Fach kommt, der wissenschaftlich arbeitet und der sich so seine Gedanken gemacht hat, der aber es vorzieht, anonym zu schreiben.

So, und ob das wahr ist, was ihm da vorgelegen hat oder nicht, oder ob ihm etwas vorgelegt worden ist, um mal zu schauen… Also “Testing The Waters” ist sozusagen das Stichwort dafür, um mal zu schauen, wohin sich denn der Wind drehen würde. Das sind Aspekte, die jeder, der auch im politischen Bereich arbeitet [kennt], das ist gang und gäbe. Man wird immer versucht sein zu schauen. Man, das ist in diesem Fall die interessierten Kreise, die entscheiden, Politiker, in diesem Fall vielleicht aber auch Wissenschaftler oder Organisationen wie aus der WHO. Man versucht zu erahnen, wie die Stimmung ist in der Bevölkerung, weil was man sich natürlich nicht leisten kann, ist, dass die Bevölkerung “rebelliert, auf die Barrikaden geht,” um, um es mal bildlich auszudrücken, womit eben gemeint ist, vor allen Dingen mal auch nur protestiert. Das ist auch schon etwas, was Politik überhaupt nicht mag, weil ihr damit die Kontrolle aus der Hand gleiten kann. Und so werden immer wieder Testballons losgelassen, mal in die eine Richtung, dann wird über Verschärfung gesprochen und man schaut: “Oh nein, da gehen Leute sofort an die Barrikaden. Das müssen wir also wirklich ein bisschen behutsamer machen.” Oder aber es wird über Lockerungen gesprochen, über Schönfärberei.

Dann sieht man: “Ah, jetzt ist die Bevölkerung. Ist doch noch eher so, dass sie erwartet, dass jetzt hier immer hart abgerechnet wird.” Das heißt also, dass das müssen wir einfach feststellen: das ist nicht klar, was da tatsächlich jetzt hinterher bei rauskommen wird. Dass es notwendig ist, dass man da drüber ungeschminkt wirklich Bilanz zieht und wissenschaftlich drüber debattiert, das ist klar! Eben weil ehrliche, namhafte Wissenschaftler in ihrer Existenz zerstört worden sind, sage ich jetzt einmal. Professor Sucharit Bhakdi nur als Beispiel: ein Mann, der mit hoher Integrität früh auch vor Folgen der Impfkampagnen gewarnt hat. Und diese Folgen sehen wir jetzt sogar im Medien-Mainstream thematisiert. Die ARD macht Berichte drüber über Aspekte, die so von Sucharit Bhakdi vor mehr als einem Jahr prophezeit worden sind als Möglichkeit. Und er ist dafür niedergemacht worden. Er ist schon vorher niedergemacht worden, wo er nur Fragen gestellt hat an die Bundeskanzlerin, woher sie die Sicherheit nimmt, wie sie beraten ist in der Einstufung der ursprünglichen Situation, die dann zu den ersten Lockdown über Ostern [2020] führte. Auch dafür ist er von seiner ehemaligen Universität in Mainz schwer kritisiert worden.
Und das sind Aspekte, die wir irgendwann mal gesellschaftlich zur Kenntnis nehmen müssen. Wir müssen uns als Gesellschaft vor solchen Menschen entschuldigen, denn sie haben vieles, sicherlich nicht alles, aber vieles schon vorhergesehen als Möglichkeit.

[00:17:02] Und damit sind sie Experten, die in eine solche Debatte eigentlich mit einbezogen gehören. Stattdessen erleben wir nach wie vor, dass sich Menschen wie Herr Drosten, der eben absolut befangen ist, weil er durch sein eigenes Hin und Her Wanken in seinen Einschätzungen – im Januar 2020 hat er noch gesagt “Das ist alles kein Problem, wir sind gut vorbereitet” und auf einmal war es dann auch ganz schlimm. Dann wurden die Kinder auf einmal in den Blick genommen, wobei immer noch wirklich klar ist, dass die Kinder kein Treiber dieser Pandemie waren und auch nicht sind und auch nicht gefährdet sind, in den Gesundheitsauswirkungen, in ihren Risiken. Und da ist ja Herr Drosten eben selber jemand, der, glaube ich, sehr kleine Brötchen backen sollte, weil er sich vielfach schwer vertan hat und im Zweifelsfall in einem Diskurs, im wissenschaftlichen Diskurs eine wesentlich bessere Meinung hinterher sich auch ergeben hätte können.
Und darüber muss man einfach auch im Klaren sein, dass vor diesem Hintergrund jetzt diese Debatte schon etwas schwierig ist. Wir müssen sie führen, wir müssen den Mut haben, offen zu sprechen. Aber viele ziehen es bisher noch vor, anonym zu publizieren, weil sie einfach erlebt haben, was mit anderen… wie mit anderen umgegangen worden ist in einer unmenschlichen, undemokratischen und unwissenschaftlichen Weise.

Siggi Ober-Grefenkämper: [00:18:12] Uwe “We can change the world” von Grant Ellman hören wir jetzt und danach sprechen wir beiden weiter.

[Musik]

Siggi Ober-Grefenkämper: [00:20:14] Zurück in der Gesunden Stunde, begrüßt sie am Mikro Siggi Ober-Grefenkämper im Gespräch mit Klartext Herausgeber Uwe Alschner. Wir versuchen in unserer Sendung der Frage nachzugehen, wie sinnvoll die Maßnahmen, die bisherigen Maßnahmen, die damit verbundenen Lockdowns waren.
Am 22.5. [um] 18:02 Uhr in ZDF.heute kann man in der Infothek in einem Beitrag von Britta Spiekermann mit Überschrift “Daten-Mangel: Fahren auf Sicht” folgendes nachlesen: Der “freie” Sommer ist, da der Herbst mit einer neuen Corona Welle droht. Wesentliche Daten über Nutzen und Schaden von Maßnahmen gibt es nicht im immerhin dritten Pandemie-Jahr. Wie effektiv waren die Maßnahmen gegen Corona, etwa Schulschließungen? Auch im dritten Pandemie-Jahr gibt es noch keine fundierte Auswertung. Von einem schweren Versäumnis spricht Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP). Wenn wir im Herbst als Gesetzgeber erneut tätig werden sollen, dann müssen wir wissen, was wirkt und was möglicherweise ein Fehler war. Haben wir diese Daten nicht, habe ich große Zweifel, dass wir weiter grundrechtseinschränkende Maßnahmen beschließen können.”
Uwe, Aufklärung sollte ein gesetzlicher Auftrag sein und das Investitionsschutz Gesetz beinhaltet, dass die Auswirkungen der Corona Regelungen überprüft werden mit der Option möglicher Reformen. Und da sind wir wieder beim Sachverständigen-Ausschuss und den Daten. Gesundheitspolitische Entscheidungen verlangen fundierte, belastbare Zahlen, so dass der Bericht des Gremiums, der am 30 Juni vorgelegt werden soll – sehe ich das richtig? – doch eine große Brisanz beinhalten könnte. Ist bekannt, auf welche wissenschaftliche Grundlage sich das Gutachten dieses Ausschusses bezieht oder gibt es da überhaupt irgendwelche Informationen? Um noch mal auf die Datenlage zurückzugehen? Lockdown-Maßnahmen… Es geht ja immer wieder um Zahlen und Daten.

Uwe Alschner: [00:22:20] Genau das ist bei einer Bewertung immer so, dass hinterher rückschauend, vor allem mal quantitativ und damit dann letztendlich hoffentlich auch qualitativ gearbeitet wird. Es gibt ja Unterschiede dabei, aber die Quantität, die quantitative Methode ist eine, wo mit großen Fallzahlen, mit großen Datenmengen hinterher sich Trends auch eigentlich leicht absehen lassen würden. Eigentlich, sage ich deswegen, weil das natürlich hier bei dieser Situation schon sehr, sehr problematisch ist, einfach nur allein deswegen, weil zur Grundlage der Kennzeichnung der Diagnose, ob es um Covid geht und damit SARS-CoV 2 ursächlich gewesen ist, dient ein Test, eine Testmethode, die an sich nach wie vor hoch fragwürdig ist, die man zunächst einmal akzeptieren muss, obwohl es dagegen erhebliche Einwände selbst vom Erfinder dieses PCR Test, Nobelpreisträger Karey Mullis gibt, der seinerzeit schon gesagt hat, man kann diesen Test nicht anwenden, um zu diagnostizieren, er kann höchstens eine Diagnose, die von einem Fachmann, einem Arzt, einem Mediziner aufgrund von verschiedenen Kriterien gestellt wird, erhärten, indem er dann ein Ergebnis dazu letztendlich noch abbildet und insofern unterstützend hinzugezogen werden. Er ist aber [heute] nach wie vor das Hauptdiagnose Merkmal: Jeder der hier einen positiven Test hat, ist sofort ein Corona-Fall und allein das ist schon ein riesiges Problem, was in einer wissenschaftlichen Bewertung absolut angesprochen gehört, wo einfach auch Klartext gesprochen werden muss, dass das etwas ist, was einmalig war. Das hat man nie so gemacht. Und wo man allein an der Tatsache der Anwendung… es gibt verschiedene, zumindest anfangs nicht zertifizierte Testverfahren nach diesem PCR Test, die allesamt nicht im Prinzip nicht geeicht waren. Wir alle wissen, wenn wir der Tankstelle gehen, dann ist diese Tankstelle geeicht. Dann hat es vorher ein unabhängiges Verfahren gegeben, was klar macht, dass da ein Liter ein Liter ist.

[00:24:30] Und das ist aber hier bei diesen Tests sehr, sehr lange nicht [der Fall] gewesen. Ich bin momentan unsicher, ob es überhaupt inzwischen schon eine Validierung der Verfahren dafür gegeben hat. Ich meine nicht, auch weil da ja immer wieder neue Varianten entstehen. Allein das ist ein Problem, was die quantitative Bewertung extrem schwierig macht.

Dann die Frage “ist ist jemand mit oder Corona gestorben?” Also nehmen wir mal an, es ist tatsächlich eine Infektion gewesen. Dann ist die Frage “Ist diese Infektion ursächlich gewesen oder ist sie einfach nur ein zusätzlicher Zufall gewesen,” wo jemand, der sich ein Bein gebrochen hat und ins Krankenhaus gekommen ist, auch einen positiven Test hat oder ob jemand, der bei einem Autounfall verunglückt ist, tödlich verunglückt ist, dann nachträglich getestet – und diese Fälle gibt es – nachträglich getestet wurde und dann als Corona-Toter gezählt worden ist. Das sind einfach Aspekte, die in eine solche Aufarbeitung mit hinein gehören, die natürlich sehr, sehr schwierig auseinanderzuhalten sind, sodass man letztendlich wahrscheinlich auch eben diesen übergeordneten Blick auch anwenden muss: “Was gibt es, wie hat sich das ergeben in der Gesamt-Sterblichkeit?” Man würde ja unabhängig von Testverfahren annehmen, dass eine Region, die sehr “lax”, die das was die Mehrheit gemacht hat, nicht gemacht hat, eine höhere Gesamt-Sterblichkeit hätte. Und das wäre dann eben etwas – hin oder her Testverfahren. Wenn ein Land da einen Ausschlag hat, dann dann wäre klar: okay, die haben im Zweifelsfall doch in dieser Sache danebengelegen.
Das gibt es aber nicht. Es gibt diese Veränderungen in dieser Weise nicht. Es gibt Verschiebungen innerhalb der Diagnosen und der Todesfälle.

[00:26:00] Da ist natürlich Corona in manchen Ländern extrem zu Buche geschlagen. Aber ob das tatsächlich alles Corona-Fälle waren oder ob es dort Faktoren gab, die auch mit der Medikation zusammenhängen… Es gibt in Großbritannien beispielsweise den Fall, dass dort Personen in Seniorenheimen standardmäßig ein Mittel bekommen haben. Midazolam ist das, was ursprünglich für “humane Exekutionen” entwickelt worden ist, das heißt, was Todeskandidaten in der Todeszelle in Amerika bekommen haben, was dann dort abgesetzt worden ist, weil es unzuverlässig war, weil die Menschen sehr lange leiden mussten, unter Atemnot, dann mehr oder weniger krepiert sind.
Und in England ist tatsächlich nachweisbar dieses Mittel in großen Mengen eingekauft worden und wohl auch eingesetzt worden, sodass allein daher schon die Frage entsteht: “Hm, kann das, was mit der hohen Anzahl von Toten in einem bestimmten Alter, in einer bestimmten Gruppe zu tun haben?”
Das sind alles Fragen, die in der Evaluation dazugehören. Ich habe dazu keine entsprechende Antwort, aber ich habe sehr wohl das Bedürfnis, dass solche Fragen klar adressiert werden müssen. Weil wenn man das nicht tut, dann ist alles Makulatur, weil dann geht man auf da, auf der Basis von Emotionen, von großen Zahlen, die scheinbar Bedeutung haben, aber die für sich genommen bedeutungslos sind, weil man letztendlich… wie gesagt: Karey Mullis, Nobelpreisträger, Erfinder sagte: “man kann mit diesem Test alles nachweisen in jedem Menschen.” So, das heißt, dieser Test ist erst mal per se fragwürdig und über diese Fragwürdigkeit muss gesprochen werden. Herr Drosten übrigens ist Entwickler dieses Tests gewesen und als solcher ist er ebenfalls befangen, was eine Aufarbeitung angeht, auch meiner Meinung nach, was eine Beratung angeht, aber erst recht was die Aufarbeitung angeht.

Siggi Ober-Grefenkämper: Noch eine Frage in diesem Block: Uwe, sollte das ganze Maßnahmen-Geschehen oder überhaupt das ganze Zahlenwerk länderspezifisch nur betrachtet werden oder global? Du sagst, es gibt Unterschiede, aber irgendwo muss man sich doch nach einem Richtwert oder Zahlenwerk richten. Das verstehe ich nicht so ganz.

Uwe Alschner: [00:28:05] Ja, natürlich. Ich glaube, man muss grundsätzlich strukturiert herangehen. Man muss erstens fragen “War das, was wir für alternativlos – Zitat unserer ehemaligen Bundeskanzlerin – gehalten haben, wirklich alternativlos?” Dazu müsste man schauen: Gibt es Länder, die das anders gemacht haben? Darüber haben wir eingangs gesprochen.
So angenommen, man hält es für letztendlich dann doch vertretbar oder notwendig, dann müsste man ja immer noch schauen, “wie ist es denn in den einzelnen Regionen in den einzelnen Situationen gelaufen?“ Dazu würde man dann ins Land hineinblicken und in einem föderalen Land wie Deutschland würde man da im Zweifelsfall auch Unterschiede feststellen und auch einrechnen müssen. Dafür gibt es letztendlich Verfahren, die sind nicht ganz einfach. Das ist natürlich dann schwierig, wenn man nachträglich letztendlich dann sogenannte Berichtigungen bzw Faktoren, die das Ganze korrigieren, dann da mit annimmt, in die Rechnung mit einbezieht, etwas herausrechnet.
Um es klar zu sagen, dann ist es immer schwierig, weil da schon einen auch ein Schlüssel für… ja ich will mal sagen: unsauberes Arbeiten drin liegen kann, für auch Vertuschung. Und wir haben es hier damit zu tun, dass wir diesen Aspekt “ist es etwas, was vertuscht worden ist, was im Kern künstlich aufgeputscht worden ist?“ Damit haben wir es zu tun. Wir haben den Fall der Schweinegrippe, wo wir genau diese Prozesse schon einmal hatten, wo nachträglich auch durch den Europarat dokumentiert [PDF] worden ist.

Damals war Wolfgang Wodarg als Politiker aktiv noch mit dabei auf beiden Seiten [Politik und Medizin]. Und auch er ist ein Name, vor dem man sich wird entschuldigen müssen, weil er vieles richtig benannt hat. Es gibt einen überbordenden Einfluss von Privaten, von von Pharmaindustrie, von Stiftungen, die ihr Geld wiederum aus der Pharmaindustrie wiederum beziehen.

Also Stiftungen sind eben nicht per se unabhängig. Und alle, die rühren hier mit rum, die haben einen gigantischen Einfluss auf die WHO. Und dieser Einfluss ist dann natürlich für uns auch relevant. Wenn die WHO eine Pandemie erklärt, dann haben wir da zunächst einmal unsere Pandemie-Pläne anzuwenden, die dann das eine oder andere nach sich ziehen. Das heißt, du kannst es nicht nur auf der nationalen Ebene betrachten, du musst hier schauen, “was sind denn die übergeordneten Ströme?”
Ob dazu die Herrschaften die Kraft haben, kann ich mir nur wünschen. Realistischerweise muss man einfach sehen Es ist etwas, wo wir als Bevölkerung der Politik ein klares Zeichen setzen müssen, dass wir das wollen, dass diese Sachen aufgearbeitet werden, weil es geht ja, Entschuldigung, verdammt noch mal, um die Zukunft unseres Landes und um die Zukunft unserer Kinder. Die werden allein materiell enorm belastet, aber sie werden im Zweifelsfall auch durch die Maßnahmen enorm belastet.

Was das Thema frühkindliche Entwicklung und so weiter angeht, die durch allein durch das Masken tragen natürlich beeinflusst wird. Die kognitive Entwicklung eines Kindes, was nicht die Mimik erkennen kann, ist die Frage. Also “mussten Kinder Masken tragen?” In Schweden haben sie keine Masken getragen und Schweden steht besser da als zuvor. Das sollte uns zu denken geben. Und nein: Schweden ist nicht anders als Deutschland dünn besiedelt. Geht nur mal nach Südschweden. Gehen Sie mal nach Malmö. Gehen Sie mal nach Göteborg. Gehen Sie mal nach Stockholm. Die sind genauso verdichtet. Dort fahren auch U Bahn Systeme, und auch in der U-Bahn ist dort nichts von Masken Pflicht gewesen ursprünglich. Und das sollte uns zu denken geben, dass man darüber auch sehr wohl geteilter Meinung sein kann und dass letztendlich dann behutsam entschieden werden muss.
Und diese Behutsamkeit, die vermisse ich in der Politik, weil sehr viel emotional und ad hoc und spontan und letztendlich in Panik dann entschieden worden ist. Und an dieser Panikmache haben leider die Medien, die Mainstream Medien, die klassischen Medien, die “Qualitätsmedien”, die eben überhaupt keinen Maßstab mehr sind für mich, weil sie diese kritische Nachfrage überhaupt nicht gezeigt haben. Die haben hier für mich einen erheblichen Anteil daran und darüber wird zu sprechen sein.

Siggi Ober-Grefenkämper: [00:31:52] Damit du erst mal einen Schluck Wasser trinken kannst, spiele ich jetzt für dich: “Aus mein Herzen” von Philipp Ham Kuman.

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Siggi Ober-Grefenkämper: Liebe Hörerinnen und Hörer von OS-Radio 104,8 in der gesunden Stunde mit Siggi Ober-Grefenkämper und Klartext-Herausgeber Uwe Alschner sprechen wir weiter über die Sinnhaftigkeit von Maßnahmen und denen damit zusammengehörigen Lockdowns.
Uwe, du hast jetzt in den letzten beiden Blöcken schon zweimal den Herrn Drosten erwähnt. Ich habe da mal eine Frage zu. Einige nennen es fragwürdige Doppelbesetzung. Gemeint sind Fachleute sowohl im Expertenrat vertreten, der die Regierung aktuell berät, als auch im Sachverständigen-Ausschuss, auf den wir ja schon mehrfach in der Sendung hingewiesen haben, der die Regierungsarbeit kritisch bewerten soll. Der Virologe Christian Drosten hatte diese Doppelfunktion. Vor ein paar Wochen hat er das Handtuch geworfen auch deshalb, weil viele vertrauliche Informationen aus dem Ausschuss an die Presse weitergeleitet wurden. Meine Überlegung ist: Wie kann es zu solchen Doppelbesetzung kommen, da doch ein Interessenskonflikt in solchen wichtigen Positionen generell ausgeschlossen werden sollte?

Uwe Alschner: [00:34:59] Das ist das Kardinalproblem in der Gesellschaft, um nicht zu sagen: in der Politik sowieso. Wir haben es einfach mit Strukturen zu tun, die extrem problematisch sind, weil sie für Einflussnahme von außen extrem anfällig sind.
Wir leben in einem demokratischen Gemeinwesen, das ist richtig. Und unsere Verfassung, unser Grundgesetz, ist dann die Richtschnur dafür, wie dieser Prozess gestaltet wird. Und da steht drin, dass die Parteien an der Meinungsbildung mitwirken.
Die Parteien sind Unternehmen letztendlich, die Kommunikation betreiben müssen, nämlich mit dem Wähler, mit der Wählerin in Austausch gehen müssen, herausfinden müssen, was möchten die eigentlich? Oder ihnen anbieten müssen, was sie haben und das als schmackhaft darstellen müssen. Dazu braucht man Geld. Dieses Geld wird, ja, durch Mitgliedsbeiträge erwirtschaftet. Aber vor allem das weiß jeder, der da tätig ist, vor allem durch Spenden. Und wir haben leider die Tatsache, dass Unternehmen sowohl spenden können in einem bestimmten Umfang. Vor allem in Amerika ist das sehr problematisch, weil von Amerika kommt vieles leider dann doch, weil man dort das Spenden oder die Spenden eines Unternehmens als freie Meinungsäußerung unter den Verfassungsgrundsatz der freien Rede gestellt hat. Und damit können Unternehmen diese Spenden in beliebiger Höhe von der Steuer absetzen und sich damit Einfluss kaufen.
Das ist einfach so und in Deutschland haben wir es etwas anders. Da können Unternehmen so ganz, so ohne Weiteres dann nicht steuergünstig spenden, tun das auch nicht. Aber sie haben natürlich die Möglichkeiten von Sponsoring und Sponsoring ist etwas, wo letztendlich immer Leistung und Gegenleistung, den muss für das Unternehmen, das muss für Sponsor Maßnahmen eine Gegenleistung erhalten. Sonst wäre es nämlich wiederum eine Spende die nicht rechtlich zulässig ist.

Siggi Ober-Grefenkämper: Also man muss dem Kind einen Namen geben.

Uwe Alschner: [00:36:59] Man muss nämlich nur ein Namen geben. Du musst auch schauen… Wir denken bei Sponsoring ist es vollkommen ohne irgendwelche Erwartungen. Nein, dahinter stehen Erwartungen. Da muss eine Gegenleistung sein, sonst wäre es kein Sponsoring, sonst wäre es eben eine Spende. Und selbst diese sogenannten Stiftungen – in Deutschland haben wir die Bertelsmann-Stiftung. Das ist eine der wichtigsten Stiftungen weltweit, wichtig im Sinne von Einfluss. Und diese Bertelsmann-Stiftung ist ein Wirtschaftsfaktor, weil sie ihr Kapital aus Beteiligungen an den Unternehmen, das Bertelsmann-Verlages bekommt. Das heißt, diese Stiftung ist ihrerseits Träger unternehmerischen Interessen. Und dann müssen wir hoffen, dass sie das, was sie tut, dann auch wirklich letztendlich mit einer unparteiischen Brille macht.
Die Zweifel daran sind angebracht. Darüber haben ja auch schon Aufklärer wie die “ZDF-Satire”, man muss das unter Satire verkaufen, weil man das ansonsten kaum noch sagen darf im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Satiresendung “Die Anstalt” hat das aber sehr klar und sehr eindeutig und ohne Satire in seinem Gehalt nachgezeichnet, dass da erhebliche Einflussnahmen auf verschiedenste Bereiche des Gemeinwesens und der politischen Entscheidungen genommen wird.
Und da haben wir es dann damit zu tun, dass eben die Politiker an dieser Stelle schon befangen sind. Für die Wissenschaft gilt das Gleiche leider auch. Da haben wir – Stichwort “schlanker Staat, niedrige Steuern” – da hat man uns eingeredet, das sei doch wichtig, dass die Steuern niedrig seien und der Staat sich nicht so bereichert.
Dieser Staat ist bettelarm und er ist darauf angewiesen, dass für wichtige Leistungen wie Wissenschaft Private Spenden bzw. “Drittmittel” zur Verfügung stellen, um wissenschaftliche Forschung betreiben überhaupt zu können. Eine Gesellschaft die keine Rohstoffe hat, so wie die deutsche, kann nur mit den Erfindungen und den den den wissenschaftlichen Erkenntnissen arbeiten.

Sprich mit dem “Brain-Pool”, den wir haben, neudeutsch das Wort, dann ist das eine ganz zentrale Aufgabe. Und wenn wir die immer mehr für Drittmittel, anwendungsorientierte Forschung, das ist der Euphemismus. Nein, was ist denn das? Diese Unternehmen, diese Stiftungen, die da spenden, die erwarten ebenfalls eine Gegenleistung. Die erwarten, dass das, was dabei herauskommt, ökonomisch [nutzbar ist]… Und dann sind wir genau bei dem Punkt, weshalb es so schwierig ist, hier das eine vom anderen zu trennen. Als Gesellschaft wollen wir eine gute wirtschaftliche Grundlage haben. Das ist alles richtig. Aber wir wollen auch, dass diese Interessen nicht in andere Bereiche mit Einfluss nehmen, die uns wichtig sind und die mit wirtschaftlichen Interessen nichts zu tun haben sollte, wie beispielsweise Gesundheitswesen, wie beispielsweise Wissenschaft.
Wissenschaft sollte das Wahre und das Gute erforschen, auf der Suche danach (wird es nie besitzen, weil die Erkenntnisse immer neu gewonnen werden). Aber das sind Aspekte, wo wir einfach klar sehen müssen, dass dort die Einflussnahme von Privaten überbordend geworden ist.
Bis hin zum Thema, wo wir glauben, dass die WHO eine unparteiische und neutrale und gemeinnützige Organisation sei. Das ist sie leider nicht mehr! Sie ist in vielerlei kommerzielle Strukturen eingebunden, um nicht zu sagen verstrickt. Und da haben wir ein Riesenproblem, was in einer solchen Evaluation natürlich auch mit betrachtet gehört, was man aber… also realistischerweise darf man nicht zu viel erwarten. Wir Bürger und Bürgerinnen müssen uns einmischen, müssen der Politik sagen: So, bitte jetzt schaut hin, denn es geht um die Zukunft unserer Kinder.

Siggi Ober-Grefenkämper: [00:40:06] Kann es deshalb, zu meiner ursprünglichen Frage zurückzukommen, zu einer sogenannten Doppelbesetzung Beispiel Drosten kommen?

Uwe Alschner: Ja, weil der Einfluss von Politikberatung – und da ist es unerheblich, ob die direkt aus Verbänden oder Unternehmen kommen oder ob sie aus sonstigen Organisationen kommen, die ebenfalls unter dem Einfluss von anderen Interessen stehen könnten… Die schlagen vor – und Politiker sind dankbar, wenn sie Vorschläge, sinnvolle Vorschläge bekommen und haben teilweise gar nicht die Zeit oder nehmen sich nicht die Zeit, um diese sinnvollen Vorschläge auf ihren Motivations Gehalt hin zu überprüfen.
Das heißt wenn etwas Sinn macht, dann wird sehr schnell gesagt: “okay, es macht doch Sinn, ist doch gut.” Aus bestimmten Blickwinkel könnte das Sinn machen, aus anderen könnte das kontraproduktiv sein. Diese Abwägung wird selten wirklich nüchtern getroffen. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, weil an solchen Besprechungen war ich schon beteiligt.

Siggi Ober-Grefenkämper: Vielen Dank, Uwe. Wir unterbrechen die Sendung mit dem nächsten Musiktitel. Little Lies von Fleetwood Mac.

[Musik]

Zurück in der Stunde spricht Sigi Ober-Grefenkämper weiter mit Klartext-Herausgeber Uwe Alschner über Lockdowns, Maßnahmen und alles, was damit zusammenhängt.
Jeder Lockdown geht mit einschränkenden Maßnahmen. Darunter fällt auch die Masken Pflicht einher. Am 18. Juni zitiert das Handelsblatt Bundesjustizminister Marco Buschmann: “Buschmann hat sich skeptisch über eine Wiedereinführung der Masken-Pflicht geäußert, wenn die Corona Infektionen wieder stark steigen. Ihre Nutzen hält er offensichtlich wissenschaftlich noch nicht für erwiesen. Will der Staat Masken vorschreiben, etwa in Innenräumen, muss das evidenzbasiert und verhältnismäßig sein. Ob das der Fall ist, besprechen wir, wenn alle Gutachten vorliegen, sagt der FDP Politiker der Düsseldorfer Rheinischen Post.” Das Handelsblatt schreibt weiter: “Evidenzbasiert, wie Buschmann sich ausdrückte, bedeutet laut Duden auf Grundlage zusammengetragene und bewertete wissenschaftlicher Erkenntnisse. Buschmann sagte, er selbst trage im Supermarkt eine Maske, aber freiwillig. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, erklärte in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die wissenschaftliche Evidenz zum Sinn von Massenpflicht und Impfen sei erdrückend.”

Der Sachverständigenrat, dessen Gutachten Buschmann abwarten will, soll am ich wiederhole mich gerne noch nochmal am 30 Juni seine Stellungnahme zur Überprüfung der bisherigen Corona Schutzmaßnahmen vorlegen. Im Sommer soll nach dem Willen der FDP über die künftigen Maßnahmen beraten werden. Nach dem Ende der Bundestags Pause soll das Infection Gesetz dann kurz vor seinem Auslaufen am 23 September angepasst werden.
Uwe, welche Auswirkungen für uns alle könnten denn sogenannte Anpassungen im Inflationsschutz Gesetz bedeuten? Zumal ja über eine generelle Maskenpflicht im öffentlichen Raum schon von Oktober bis März diskutiert wird.

Uwe Alschner: [00:43:15] Also ich glaube da muss man sich keine, da darf man sich keine Illusionen machen. Gravierende Auswirkungen kann das haben und im Zweifelsfall wird es das auch haben, wenn wir nicht als Bevölkerung, als Bürgerinnen und Bürger uns klar zu Wort melden.
Und es geht auch nicht nur um eine Masken Pflicht, es geht auch wieder um das Thema Impfpflicht. Und dabei muss man sehen, es handelt sich nach wie vor um wissenschaftliche Versuche. Es sind klinische Studien der Phase drei, die nach wie vor noch laufen. Trotz alledem haben wir weite Teile der Bevölkerung bereits mit diesen gentechnischen Injektionen versehen. Die Menschen haben das teilweise in gutem Glauben freiwillig gemacht.
Die Freiwilligkeit, wenn die Erkenntnisse auf dem Tisch lägen, würde ich mal annehmen, ist nicht mehr so gegeben. Das erleben wir auch immer. Jetzt da, wo die Opfer von Impfschädigungen selbst im öffentlichen Rundfunk zu Worte kommen und ihrerseits sagen, dass sie getäuscht worden sind, dass sie sich getäuscht fühlen, weil auch die Ärzteschaft in diesem Bereich völlig unvorbereitet ist und von falschen Voraussetzungen ausgegangen wurde…

Siggi Ober-Grefenkämper: Ist das Verschwörungstheorie oder Fake?

Uwe Alschner: Nein, eben nicht. Das möchte ich in diesem Zusammenhang noch mal betonen. Am Beispiel der jüngsten Entscheidung der Food and Drug Administration, pardon der amerikanischen FDA, die jetzt grünes Licht gegeben hat für die Anwendung dieser genetischen Injektionen für Säuglinge im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren. Und es wird gesagt, dass es auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhe, diese Entscheidung, und dass das nahe lege, diese Empfehlung zu geben.

Erstens müssen wir dabei berücksichtigen, dass genau dieser Aspekt, nämlich Einbeziehung von Kindern in eine Impfung, ein Ziel jedes Impfstoff-Herstellers ist, weil wenn es in Amerika in einer Empfehlung drin ist, gibt es keine Haftung für einen Hersteller mehr. Das heißt, ein strategisches Interesse jedes Herstellers muss es sein, Haftungsfreiheit zu bekommen für sein Produkt. Und das ist ein experimentelles Produkt. Das heißt, auch die Hersteller selber sagen ja heute inzwischen schon, dass sie viele Sachen so gar nicht vorhergesehen haben. Der Hersteller hat ein Interesse daran, dieses Thema in eine Kinderimpfung aufgenommen zu bekommen. Und diese Studie siehe dazu…

Siggi Ober-Grefenkämper: [00:45:48] Grauenhafte Vorstellung.

Uwe Alschner: Siggi. Es ist deswegen besorgniserregend, sage ich jetzt einfach mal, um das ein bisschen sachlicher zu schildern, weil diese Studie hat viereinhalb Tausend Teilnehmer gehabt, sie ist als solches schon, was man nennt, “underpowered”, denn sie ist da mit dieser Größe nicht in der Lage, um seltene Erkrankungen zu erkennen. Bei 4000 Studienteilnehmer kann man Glück haben, dass man eine Erkrankung auftritt, die bei einem von 4000 dabei ist. Oder man kann Pech haben. Aber das heißt, diese Studien hätte viel, viel größer dimensioniert sein müssen, es hätten viel mehr dabei sein müssen.
Aber selbst bei diesen viereinhalb Tausend Kindern, die da einbezogen worden sind, sind 3000 vor Ende der Studie schon ausgeschieden! Aus welchen Gründen, sagt die FDA nicht! Sind es Nebenwirkungen gewesen? Sind es… und diese Fälle hat es auch gegeben bei den älteren Kindern. In dem Moment, wo eine erste Impfung nicht vertragen wurde, wurde der Proband aus der Studie ausgeschlossen. Es wurde aber eben nicht als Nebenwirkung dokumentiert, sondern diese Person war nicht mehr dabei und hinterher wurde einfach eine viel kleinere Gruppe dann bewertet und das ist hier auch geschehen.
Also das heißt, 3000 sind ausgeschieden, ohne erkennbare Gründe, ohne erkennbare Erklärung. Für jeden Wissenschaftler ein rotes Tuch, ein Alarmzeichen. Und dann hat man hinterher… erstens gab es keine schweren Fälle, man musste irgendetwas erfinden, definieren, um einen schweren Fall zu definieren. Covid selber, schwere Fälle wurden definiert als “leicht erhöhte Herzschlagsrate oder leicht erhöhte Atemfrequenz”.

Etwas, was alle naselang vorkommen kann. Dann hat es sich gezeigt, dass diese Kinder mehrfach Infektionen haben konnten. Ja, das heißt, es sind Kinder, die sich im Betrachtungszeitraum der Studie mehrfach mit Corona infiziert hatten bzw. positiv getestet worden sind. 11 von 12 Kindern waren aber geimpft. Wie können sich geimpfte Kinder mit einem Impfstoff, der wirksam sei, wieder infizieren? Wie kann das funktionieren?

Auf dieser Basis gibt es Fragen über Fragen, die jeder kritische Wissenschaftler stellen müsste, die der verantwortliche Gesundheitspolitiker beantworten müsste. Warum wird auf einer solchen dünnen Grundlage [entschieden] und letztendlich sind die Fälle…
Also man hat dann festgestellt, bei allen Unzulänglichkeiten hat man festgestellt, dass in dem Impfstoffarm drei Kinder an Covid erkrankten und in dem Ungeimpften-Arm [der Studie] sieben Kinder an Covid erkrankten. Das heißt die Differenz ist vier, bei ursprünglich mal 4500 angetretenen Teilnehmern und 1500, die letztendlich abgeschlossen haben, ist die Differenz vier! Das soll die Evidenz sein dafür, dass diese Impfung wirkt. Und dann wirkt sie nicht, weil die Kinder sich wieder infizieren können. Schwere Verläufe haben sie eh nicht. Die musste man herbei definieren, damit man sie irgendwie messen konnte. Das heißt, für was werden hier die Kinder geimpft, wenn nicht für den Zweck, dass es dort Haftungsfreistellung geben soll? Und das sind Dinge, über deren Evaluierung auch gesprochen werden muss.

Siggi Ober-Grefenkämper: [00:48:56] Uwe, es bedarf sicher Mut, diese Dinge anzusprechen. Mut heißt auch unser nächster Musiktitel.

[Musik]

Uwe Alschner: Das war sie, die 51. Ausgabe der Gesunden Stunde hier auf OS-Radio 104,8. Wir danken den Kolleginnen und Kollegen von OS-Radio 104,8 für die Bereitstellung des Sendeplatz im Rahmen des niedersächsischen Landesmediengesetzes. Wir danken ganz besonders unserem Kollegen Frank Paul für die Zusammenstellung der Playlist und den Schnitt unserer Sendung. Lieber Frank, vielen, vielen Dank für Deine Unterstützung!
Sie können uns nachhören. Diese Sendung können Sie nachhören und auch frühere Folgen auf allen gängigen Plattformen, wo Sie Podcasts hören. Das sind Anchor FM, Spotify, iTunes bzw. Apple-Podcasts und und alle anderen auch. Bitte bewerten Sie uns dort. Jede Bewertung hilft, die Relevanz der Sendung für andere Hörerinnen und Hörer zu erhöhen.
Wir kommen wieder am 22 Juli 2022 für unsere 52. Ausgabe.
Wir möchten noch einmal betonen: Unser Ziel ist es, Debatte anzuregen. Verantwortliche, nüchterne, informierte Debatte. Dazu muss man Dinge ansprechen, die im ersten Moment auch unangenehm sein könnten oder zu sein scheinen, aber die letztendlich wichtig sind, weil es im Bereich Gesundheit um ganz, ganz entscheidende Aspekte für unser aller Leben, für unser aller Wohl geht. Ganz herzlichen Dank. Machen Sie es gut. Bis bald!

[Musik] God bless you!


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