28
Aug 2022

»Ein Gedenken, das nicht auf die Zukunft eingeht, würde auch dem Gedenken an die Vergangenheit hohn sprechen.«

Thema: Gesundheit & Politik

»Wenn wir uns an die Exzesse der Nazi-Zeit erinnern, können wir wieder lernen, wie wichtig Grenzen, Kontrollen und Gegengewichte sind. Wir können auch lernen, dass eine demokratische Regierung funktionieren und grundlegende Dienste erbringen muss und dass die Menschenrechte im Rahmen des Gesetzes geschützt werden müssen. Wir können unsere Wertschätzung für moralische und philosophische Leitlinien erneuern, für die Notwendigkeit, die menschlichen Kosten wissenschaftlicher Experimente zu berücksichtigen. Wir können unseren Glauben an die unveräußerlichen Rechte des Einzelnen stärken. Wir können auch begreifen, dass eine Universalethik, die nicht durch den Respekt vor einer bestimmten Variante ausgeglichen wird, letztlich tyrannisch ist. (…)«

»Aber das Erinnern ist für beide Gruppen nicht einfach. Die Konfrontation mit dem Holocaust droht unsere Seele zu verletzen und unsere Sichtweisen und unsere Bequemlichkeit in Frage zu stellen. Sie bringt einen Ton der Düsternis und Tragik in den menschlichen Diskurs und schärft unser Bewusstsein für die Unsicherheit und Verletzlichkeit des Lebens. Der Holocaust hat nicht nur die moralische Landschaft der menschlichen Realität verändert, sondern die Beschleunigung der Technologie (…) bedroht nun die menschliche Existenz selbst. Die Beschäftigung mit dem Holocaust und seinen Folgen kann zu einer Erneuerung des Engagements für Vernunft und Menschlichkeit führen, indem sie die Gefahren in den Blick nimmt, die mit den Zielen und Mitteln einer technologischen, bürokratischen Gesellschaft verbunden sind

Kommission des U.S.-Präsidenten zum Holocaust, Abschlussbericht vom 27. September 1979, Seite 6

 

In einer Extra-Ausgabe der Gesunden Stunde beleuchten Siggi Ober-Grefenkämper und Uwe Alschner die skandalöse Behandlung von Vera Sharav durch die Nürnberger Nachrichten. Die NN versuchen, die Glaubwürdigkeit der Hauptrednerin der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag des Nürnberger Kodex zu diskreditieren, indem in allen Berichten verschwiegen wird, dass Vera Sharav selbst jüdisch ist. Statt dessen lautet eine Schlagzeile der NN: “Rednerin hat die Shoa geleugnet und relativiert“. Besonders pikant: Die NN residieren im ehemaligen „Gauhaus“ von Julius Streicher, einem der schlimmsten Nazi-Hetzer. Und die Zeitung wurde von einem ehemaligen Insassen der KZ Mauthausen und Flossenbürg, Joseph E. Drexel gegründet. Dass sich eine Zeitung mit dieser Geschichte an einem so sensiblen Thema wie dem Umgang mit einer jüdischen Holocaust-Überlebenden derart unverschämt verhält, ist unerhört und im besten Falle dumm.

Extra-Ausgabe der Gesunden Stunde mit Siggi Ober-Grefenkämper und Uwe Alschner

Hier ist übrigens, wie das US-Holocaust Memorial Museum Holocaust-Leugnung definiert (Englisch).

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Nichts davon trifft auf Vera Sharav zu.  Im Gegenteil, sie verkörpert das, was die Holocaust-Kommission in ihrem Abschlussbericht eine „moralische Autorität“ (moral Leader) nannte, die aus berufenem Mund (was könnte diesbezüglich einschlägiger sein als die Tatsache, den Holocaust am eigenen Leibe erlebt zu haben) einen „Schrei der Verzweiflung“ (institutional scream) ausstoßen werde, um das Gewissen der Welt wachzurütteln und einen öffentlichen Aufschrei zu verursachen (S. 14).

Genau das hat Vera Sharav am 20. August 2022 in Nürnberg getan.


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Albrecht Storz
Albrecht Storz
1 Monat zuvor

„Wehret den Anfängen“ ist der Schlachtruf von Bundesregierungen, „Antifa“, Linken, Grünen, Bessermenschen, Mainstream-Agitatoren, Popkünstlern, Intellekuellen, …

und nun soll heute verboten werden, die Anfänge zu erkennen, die Anfänge zu benennen, über die Anfänge zu denken und zu sprechen.

Und genau diese Leute, die ständig und überall „Wehret den Anfängen!“ schreien, verhindern, versuchen zu verbieten, und verbieten heute, Anfänge zu erkennen, auf Anfänge hinzuweisen, über Anfänge zu denken und zu sprechen.

Der heutige „Antifaschismus“ wendet sich AUSSCHLIESSLICH gegen den historischen Faschismus, ist also völlig aus der Zeit gefallen, eingefroren im Denken, ahistorisch, billige Haltung ohne jede Konsequenz – außer der, gegen heutige Warner lautstark und teils militant vorzugehen. Die heutige „Antifa“ dient zu nichts anderem, als heutige faschistoide und faschistische Tendenzen vor Aufmerksamkeit und Kritik zu schützen.

SA_ntifa

FCK
Antifatzkes

FCK
ARD

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1 Monat zuvor

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