27
Dez 2021

Kontrollierte Zerstörung und der Wunsch, nicht zu wissen

Thema: Gesundheit & Politik

Fabio Vighi ist Professor für kritische Philosophie an der Universität von Cardiff. Im Sommer hat sich Vighi als Analytiker der aktuellen gesellschaftlichen Krise betätigt und einen viel beachteten Aufsatz über die finanzwirtschaftlichen Hintergründe von Lockdowns und Impf-Ausweisen veröffentlicht.
In einem exklusiven Interview mit Alschner.Klartext. hat Professor Vighi nun ausführlich erläutert, wie die Covid-Krise als Vorwand dient, um notwendige Reparaturmaßnahmen am maroden Finanzsystem durchzuführen. Die Veränderung der Wertschöpfung scheine den Kapitalismus dazu zu zwingen, ein autoritäres Gesellschaftssystem zu errichten, welches von den Zentralbanken direkt in den bürgerlicher Alltag eingreifen und zu monetärer Sklaverei führen wird.

Vighi spricht über die Rolle der Medien als Steigbügelhalter dieser antidemokratischen Entwicklung. Propaganda habe zu einer „Hypnotisierung“ großer Teile der Bevölkerung geführt, die von einem „Wunsch, nicht zu wissen“ erleichtert werde.

Inhalte des Interviews:

[0:04:00] Ideologiekritik, Verschwörungstheorie
[0:06:30] Jacques Lacan, Der Wunsch, nicht zu wissen
[0:09:30] Fukuyama, Das Ende der Geschichte
[0:11:45] Implosion des Kapitalismus als System der Schaffung von Wohlstand durch Arbeit
[0:15:00] Covid als Verteidigungsmechanismus des Finanzsektors weg vom Rahmen der Liberalität hin zu Autoritarismus und Totalitarismus als Rahmen
[0:18:30] Direkte monetäre Kontrolle der Bürger durch Zentralbanken, Der Turm von Basel
[0:20:15] Bedingungsloses Grundeinkommen und CBDCs, Covid-Pass, Digitales Grünes Zertifikat, Digitale ID, monetäre Sklaverei
[0:25:30] Keine Dichotomie „Gut“ gegen „Böse“, sondern ein systemischer Mechanismus des Kapitalismus, „Die Banalität des Bösen“ als evolutionärer Prozess und Mario Draghi als Personifizierung des kapitalistischen Bürokraten
[0:32:00] Geld und Propaganda, Einflüsse auf die Politik, COVID als Faktor zur Stabilisierung von Macht
[0:35:00] Die Krise des Repo-Marktes im September 2019 und Quantitative Easing
[0:37:00] Der Finanzsektor als Treiber der Realwirtschaft, die Notwendigkeit massiver Rettungsaktionen für die Finanzwirtschaft bei gleichzeitiger Abschaltung der Realwirtschaft zur Vermeidung von Hyperinflation
[0:42:30] Kapitalistisches Paradoxon: Kontrollierte Zerstörung und Umbau der Gesellschaft als einziger Ausweg,
[0:49:00] Menschen wachen und und stellen Fragen, was Chancen zur Veränderung des Systems eröffnet.
[0:51:30] Was geschah in Triest? Hintergründe und Motive.
[0:54:00] Ein Wendepunkt in der Geschichte, Die treiben Akteure sind weniger intelligent als wir annehmen. Italien als Versuchslabor, Gefahr der Unterwanderung
[0:56:45] Giorgio Agamben und seine Rede im Senat
[0:58:00] Konsequenzen für sich selbst, Lehren für seine Studenten. Wachsamkeit, Bewusstsein, Neugier, Bereitschaft zum Hinterfragen dessen, was geschieht.
[1:00:00] COVID als Tabu in der akademischen Welt
[1:01:00] Rückbesinnung auf gesellschaftliche und akademische Grundwerte
[1:03:00] Schaffung paralleler Lebenswelten, Risiken und Chancen

Im Interview erwähnter zweiter Aufsatz von Fabio Vighi: Die unheilbare Krankheit der Zentralbanker

 

Übersetzung aus dem Englischen von Markus Antler

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CGB
CGB
6 Monate zuvor

Wer sich für bereits frühe Kritik (noch vor ihrer Gründung) an der BIZ interessiert, ein brillianter Text (5 Seiten) von Wilhelm Lautenbach 1929 (in Fußnote 1 finden sich aktualisierte Angaben zur BIZ):

Die transferpolitischen Funktionen der Internationalen Bank (Lautenbach 1929)
https://www.academia.edu/38067479/Die_transferpolitischen_Funktionen_der_Internationalen_Bank_Lautenbach_1929

Norbert Häring befasst sich mit dem Fortschreiten der Abschaffung des Bargelds und der ID2020, siehe auch: https://norberthaering.de/?s=id2020

Hans W. Steisslinger
Hans W. Steisslinger
6 Monate zuvor

Wundervolles und erhellendes Gespräch! Ein Dankeshön an beide….

GoAlive
GoAlive
6 Monate zuvor

Ein wirklich gutes Interview, herzlichen Dank dafür.

Günther Oberbeck
Günther Oberbeck
6 Monate zuvor

Das Gespräch ist in mehrerer Hinsicht interessant und wichtig. Ich möchte einige Punkte aufgreifen, um vielleicht damit eine Diskussion in der Gesellschaft anzustoßen. Auch wenn derzeit wahrscheinlich der Protest auf der Straße entscheidend ist, sollten wir alle klarer sehen. 

·        Das nicht Hinterfragen wollen (3:30 – 7:45)
Ich zitiere aus dem Gespräch:  „…das ist wahrscheinlich die Art und Weise, wie Ideologie am effektivsten funktioniert, indem sie die Menschen davon abhält, über das hinaus zu schauen, was sie sehen, und alles so zu akzeptieren, als wäre es eine Art Wahrheit, die sie nicht in Frage stellen dürfen“
Die Beschreibung von Prof. Vighi ist brillant, für mich aber nicht ganz neu. Ich habe mich aber schon oft gefragt, ob wir uns mit dieser oder ähnlichen durchaus verständlichen Erklärung zufrieden geben sollten. Denn mein Leben und das meiner Familie, einiger Geschwister und Freunde und vieler Kinder (darunter mein Enkelkind) hängt maßgeblich davon ab, in wie weit meine Mitmenschen bereit sind, die Entscheidungen unserer Politiker und das Verhalten der Mainstream-Medien zu hinterfragen. Und da sage ich inzwischen deutlich:
Wer nicht bereit ist, die Dinge zu hinterfragen, kritische Standpunkte (wie meine) anzuhören und darüber vernünftig zu diskutieren, macht sich mitschuldig!
Dieses Verhalten ist nicht mehr tolerabel, ich kann es nicht mehr als Ausrede gelten lassen, auch wenn ich die psychologischen Hintergründe verstehe. Es ist Zeit, die Samthandschuhe auszuziehen. Ich will das so provokant in die Diskussion bringen. Ist es zu viel verlangt, sich mal eine andere Meinung anzuhören und/oder sich 3-4 Stunden Zeit zu nehmen, auch einen Artikel durchzulesen, in dem andere Standpunkte dargelegt werden? Ich meine, das kann man erwarten/verlangen. Wer das nicht fertig bringt, interessiert sich nicht für meine Lage (und die vieler Mitmenschen). Und dann darf derjenige durchaus merken, dass ich deswegen unzufrieden (sauer, enttäuscht, verärgert…) bin. Ich bleibe zwar gesprächsbereit, allerdings nur auf Augenhöhe. Im Übrigen werde ich – falls ich die Gelegenheit dazu bekomme – die Frage stellen, wieso man heute ungeniert Personen mit unbeliebter Meinung einfach so beschimpfen darf. Ob man das so für angemessen hält, und falls nein, was der Einzelne dagegen unternimmt.
·        Themenwechsel: Die angeblich drohende Arbeitslosigkeit wegen Automatisierung und künstlicher Intelligenz.
Diese Aussage habe ich aus diversen Äußerungen von Prof. Vighi herausgehört. Vielleicht meint er auch „nur“ die fehlende Wertschöpfung. Für mich ist das eine Fehleinschätzung, die ich schon vor vielen Jahren gehört habe und die immer wieder auftaucht. Mit meiner „Industriebrille“ behaupte ich, dass es noch genügend sinnvolle Arbeit (auch Wertschöpfungsmöglichkeiten) auf der Welt gibt, für viele, viele Jahre, sozialverträglich, wie man so sagt. Nicht nur sehr Reiche – Mittelstand; auch für derzeit Arme und ganz Arme. Es ist vielmehr zu fragen, wie die Menschen das gestalten müssten. Ein lohnendes Thema, der Kürze wegen will ich nicht weiter darauf eingehen. Ich möchte jedenfalls davor warnen, die Automatisierung als Ursache eines kommenden Übels zu betrachten. Das Übel liegt aus meiner Sicht bei den Menschen, die damit nicht richtig umgehen.
·         Aussage von Prof. Vighi: „Die Finanzelite steuert die Wirtschaft (und die Welt)“
Das ist wohl so, wie es gerade die Corona-Pandemie verdeutlicht; eigentlich für jeden erkennbar, der es sehen will. Es gibt ja noch einige bodenständige Unternehmer (vor allem im Mittelstand), aber es werden immer weniger. Vielleicht sollten sich diese Leute besinnen und fragen, ob das so sein muss, wie es geworden ist: Die Abhängigkeit vom Kapital. Oder ob sie die Machtverhältnisse in der Welt nicht doch nach und nach in andere Hände verlagern können.
Ich durfte lange in einem großen Unternehmen arbeiten, bei dem andere Werte entscheidend waren. Der über viele Jahre maßgebende Eigentümer war ein überzeugter Christ, dem das Wohl seiner Mitarbeiter am Herzen lag. Bescheidenheit war beispielsweise eine vorgelebte Tugend, die bis zum Arbeiter an der Produktions-Maschine zu spüren war. Und hier komme ich zu einem (vielleicht dem wichtigsten) Kernpunkt: der Ethik. Die ist nämlich den Bach runter gegangen in den letzten Jahren. Es würde sich lohnen, sich damit ebenfalls auseinander zu setzen. Beispielsweise die Frage klären, wer hier die Maßstäbe setzt und den Spiegel vorhält. Die heutigen Politgrößen in der Welt, in Europa, in D.??? Philosophen, Richter, Schriftsteller, Medienvertreter??? Die Kirche, der Vatikan? Mir steht es nicht zu, die katholische oder evangelische Kirche zu bewerten. Nur bin ich überzeugt, dass wir mit einer Christlichen Kirche, die traditionelle und modernere Werte unter einen Hut bringt, einen wertvollen Stützpfeiler in unserer Welt hätten. Wie das so läuft ohne Ethik (Gott sei Dank gilt das nicht für alle) sehen wir ja derzeit – wenn wir es sehen wollen.
·        Abschließend:
Ich hoffe inständig, dass viele Menschen bald erkennen, welch immenser Schaden derzeit angerichtet wird und wir andere Lösungen brauchen. Bald! Denn wir sind noch nicht am Ende des Desasters. Und Schuld sind nicht die Menschen, die derzeit auf die Straße gehen, die verteufelt werden und die als Feindbild herhalten müssen.
Wir müssen unsere Zukunft und die unserer Kinder wieder in unsere Hände nehmen.
Alle, die sich den Aufgaben stellen wollen, mögen sich doch bitte mit dem „Wie?“ befassen. Selbst Prof. Vighi kam auf die Frage von Uwe Alschner dazu kurz „ins Schleudern“. „Alles hinterfragen“, so etwa war seine Antwort am Ende des Gesprächs. „Ja, und noch Vieles mehr“, möchte ich dazu sagen. 

Christoph Becker
6 Monate zuvor

Ich habe mir das Interview vollständig angehört und habe ebenfalls die Übersetzung des Artikels von Prof. Fabio Vighi auf tkp.at gelesen.
Die meines Erachtens wichtigste Ursache vermisse ich: Die zunehmende Erschöpfung der fossilen Energiequellen.
Geld, Zinsen und die Produktivität menschlicher Arbeit sind Funktionen des Preises, der Qualität und der Menge der verfügbaren Energie.
Geld ist dabei nur ein Symbol und eine Maßeinheit für das Versprechen künftiger Lieferungen von mit Hilfe von Energie hergestellte Produkte menschlicher Arbeit.
Die Produktivität und damit das mögliche Einkommen weniger Qualifizierter Arbeitskräfte hängt stärker vom Energiepreis ab als bei sehr hoch qualifizierten Arbeitskräften. Der Baggerfahrer oder LKW-Fahrer ist so produktiv, weil er billige Energie in Form von Diesel nutzen kann. Wenn er die gleiche Arbeit nur mit Muskelkraft verrichten sollte wäre seine Produktivität und damit sein maximal mögliches Einkommen extrem gering.
Mich erstaunt, daher dass Prof. Fabio Vighi das Thema Energie nicht erwähnt.
Zum Thema Energie hier einige Links auf meinem Blog:
http://www.freizahn.de/2016/03/energie-und-geld/
http://www.freizahn.de/2016/10/erschoepfung-das-schicksal-des-oelzeitalters/
http://www.freizahn.de/2018/05/karl-marx-und-die-energiesklaven/
https://www.freizahn.de/2019/05/zum-thema-co2-bepreisung/ Hier wird am Beispiel eines Versuchs zu drei verschieden energieintensiven Methoden des Kühemelkens gezeigt, wie sich Energiepreiserhöhungen auf die Produktivität und Wirtschaftlichkeit auswirken.
Was ich als Lösung der Probleme vermisse ist die Nutzung der Möglichkeiten der Landwirtschaft. Man kann und sollte die Böden verbessern und Methoden entwickeln und propagieren, mit denen mit weniger Energieaufwand mehr und nachhaltiger produziert werden kann. Auch dazu findet man auf freizahn Beispiele und Hinweise. Zwei Beispiele:
https://www.freizahn.de/2018/07/moegliche-ertraege-im-biolandbau/ und https://www.freizahn.de/2017/06/abschlussvortrag-der-grassfed-exchange-2016/ . Auch in der Medizin und Zahnmedizin gibt es Möglichkeiten mit sehr viel weniger Aufwand sehr viel mehr an Gesundheit und Lebensqualität zu erreichen. Wir könnten und müssten neue Werte schaffen, etwa indem wir unsere kaputten Böden regenerieren, was zugleich auch das Klimawandelproblem lösen würde (siehe z.B. https://www.freizahn.de/2019/09/klimaschutz-durch-landwirtschaft/ )
Schließlich ist da noch das Problem der zunehmenden Komplexitätskosten und deren sinkender Ertrag, das Prof. Joseph Tainter in seiner Arbeit über den Kollaps komplexer Gesellschaften und auch über den sinkenden Ertrag von Forschung und Entwicklung erklärt.
Wenn die Pandemie wirklich geplant ist, dann haben die Planer vieles von dem oben erwähnten wahrscheinlich nicht auf dem Schirm – wie auch die Reaktion die Hochwasserkatastrophe im Sommer gezeigt hat.

Ingrid Freund
Ingrid Freund
Antwort an  Christoph Becker
5 Monate zuvor

Genau auf den Punkt gebracht. Obwohl es bereits Technologien seit vielen Jahren gibt, die Z.Bsp. mit wenig Wassereinsatz ein Klima in Gewächshäusern schafft, in dem die Pflanzen schneller ohne Chemie und gesund wachsen und deshalb 3 x im Jahr geerntet werden kann, werden solche Technologien, um nur eine zu nennen unterdrückt. Es ist einfach nicht gewollt, weil einige Chemiekonzerne ua. Umsatzeinbrüche hätten. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Vielleicht kommen noch andere Zeiten. Alles Gute für alle Leser

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