20
Feb 2022

»Jene, die uns zum Schweigen bringen wollen, sind die Leugner«

Thema: Gesundheit & Politik

Als sich Anfang Januar 2022 eine Gruppe namens Jews for Justice mit einem Offenen Brief an den Erzbischof von Canterbury in England zur Wort meldeten, in dem sie den Bischof zur Zurückhaltung in seinem Urteil gegen Ungeimpfte aufriefen, wurden sofort auch Zweifel an der Echtheit der Gruppe kolpiert. Es bestand die Sorge, dass hier mit einem historisch außerordentlich sensiblen Thema Missbrauch getrieben werde.

Ähnliche Vorwürde, den Holocaust zu entehren und zu relativieren, wurden auch gegen die Berliner Künstlerin Monica Felgendreher gerichtet. Dabei hatte Frau Felgendreher lediglich während einer Kundgebung vor dem Deutschen Bundestag (der zu diesem Zeitpunkt die Einführung einer Impfpflicht diskutierte) die Worte der Holocaust-Überlebenden Vera Sharav zitert. Frau Sharav hatte wenige Tage zuvor im Rahmen einer Pressekonferenz in Brüssel ebenfalls ausdrücklich auf für sie klar erkennbare Parallelen zwischen damals und heute hingewiesen.

Am heutigen 20. Februar hat nun Monica Felgendreher gemeinsam mit weiteren Aktivisten am Berliner Bebel-Platz eine weitere Kundgebung veranstaltet, die unter dem Motto „Lehren aus der Geschichte“ stand. Diese Veranstaltung hat der Sprecher der Gruppe Jews for Justice, Andrew Barr, ein Grußwort gewidmet, welches wir im Folgenden in deutscher Wortlautübersetzung dokumentieren.

Grüße aus London. Mein Name ist Andrew Barr, und ich vertrete die Gruppe „Jews for Justice“. Wir sind allesamt Juden, und viele unserer Familien haben unter dem Holocaust gelitten. Wir betrachten es daher als unsere moralische, ja heilige Pflicht gegenüber allen Opfern des Holocausts, dass wir vor der Gefahr einer Wiederholung der Geschichte warnen.

Was in den letzten zwei Jahren in den westlichen Demokratien geschehen ist, hat in uns die kollektive Erinnerung an die Geschichte des nationalsozialistischen Deutschlands wachgerufen. Wir sagen nicht, dass das, was jetzt geschieht, mit dem Holocaust selbst verglichen werden darf. Aber wir sagen, dass es mit der Abfolge der Ereignisse verglichen werden sollte, die zum Holocaust geführt haben.

Niemand, der in den 1930er Jahren in Nazi-Deutschland lebte, wusste, dass der Holocaust stattfinden würde. Niemand wusste, dass Millionen von Juden vernichtet werden würden. Was die Menschen jedoch wussten, war, dass ihnen ihre Bürgerrechte unter dem Deckmantel des Notstands genommen worden waren. Und (man weiß heute), dass eine ganze Bevölkerungsgruppe unter dem Deckmantel der Bekämpfung eines Virus vom öffentlichen Leben ausgeschlossen wurde. Ab 1935, zwei Jahre nach Beginn des NS-Regimes, waren Juden offiziell aus der Zivilgesellschaft ausgeschlossen. Heute, zwei Jahre nach Beginn der Coronavirus-Panik, sind ungeimpfte Deutsche in ähnlicher Weise vom öffentlichen Leben ausgeschlossen, von öffentlichen Verkehrsmitteln, von Geschäften, Cafés und Restaurants.

Während des Naziregimes wurden die Juden in den Medien als Bedrohung für die Gesundheit des deutschen Volkes verunglimpft. Die Ungeimpften werden heute in den Medien auf genau die gleiche Weise verunglimpft. Diejenigen, die gegen die Diskriminierung der Ungeimpften protestieren werden von den Massenmedien als Nazis und Antisemiten verteufelt. Was genau das Gegenteil der Wahrheit ist!

Jene von uns, die gegen Diskriminierung protestieren, ehren in Wahrheit die Erinnerung an den Holocaust, Diejenigen, die versuchen, uns zum Schweigen zu bringen, sind die wahren Holocaust-Leugner, denn sie verweigern uns unser Recht, aus der Geschichte zu lernen.

Die Konzernmedien versuchen, uns zum Schweigen zu bringen, und unsere Beiträge werden aus den sozialen Medien entfernt, weil wir das Narrativ in Frage stellen. Es ist kein Zufall, dass die heutige Veranstaltung auf dem Bebel-Platz stattfindet, dem Ort einer berüchtigten Verbrennung von angeblich undeutschen Büchern durch Nazi-Studenten im Jahr 1933.

Wie die Gedenkstätte hier zeigt, gab es eine direkte Linie von der Verbrennung von Büchern zur Verbrennung von Menschen. Alle Kinder lernen heute in der Schule über den Holocaust, dass es mit Zensur und Diskriminierung begann und mit dem Völkermord endete. Nun, diese Lektion muss erneut gelehrt werden.

Heute haben wir Zensur und Diskriminierung, wohin wird das morgen führen? Um ein altes Sprichwort zu zitieren: „Wer nicht aus der Geschichte lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“. Wir, Juden für Gerechtigkeit, mahnen die ganze Welt, dass wir aus der Geschichte lernen müssen! Möglicherweise erleben wir bereits erneut Erfahrungen wie damals in Nazi-Deutschland, aber wir können es noch vermeiden, den Holocaust zu wiederholen. Aber es ist notwendig, dass wir jetzt handeln, sonst könnte es zu spät sein. Wir müssen unsere Stimme erheben!

Vor allem wir Juden müssen unsere Stimme erheben, denn es ist unsere Geschichte, es ist unsere kollektive Erfahrung. Niemand kann uns verbieten, laut dagegen zu protestieren.

Danke, Kinder und Erwachsene von Berlin!

Übersetzt aus dem Englischen von Uwe Alschner


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