25
Aug 2022

Nürnberger Nachrichten diskreditieren Vera Sharav

Thema: Gesundheit & Politik

Nachfolgend dokumentiere ich den Wortlaut meiner Rede für Vera Sharav am 24. August 2022 bei „München steht auf“. Ursprünglich hatte Vera selbst sprechen wollen, sagte jedoch ab, nachdem sie erfuhr, wie die Nürnberger Nachrichten (Verlag Nürnberger Presse Druckhaus) mit ihr umgesprungen ist: das Blatt bezeichnete sie als „Rumänin“ die „als Holocaust-Überlebende vorgestellt“ worden sei.

An ihrer Stelle habe ich auf der Kundgebung gesagt, was ich von dieser niederträchtigen Aktion halte: sie grenzt an Antisemitismus!

Rede für Vera Sharav, München steht auf, 24. August 2022:

Als ich im Januar 2021 die verzweifelten Hilferufe von Menschen aus Israel sah, die sich nicht mit experimentellen Substanzen injizieren lassen wollten, versuchte ich Kontakt zu ihnen aufzunehmen, um sie zu interviewen. Ein Name führte mich zur Seite der Alliance for Human Research Protection, AHRP, wohin ich meine Anfrage richtete.

Es antwortete Vera Sharav, und wir führten ein erstes Interview. Darin warnte Vera vor dem Beginn des „Vierten Reichs.“

Für mich als Historiker, zumal als Deutscher, der nach dem zweiten Weltkrieg geboren und erzogen wurde, war das ein krasser Vergleich, aber mir war klar, dass eine jüdische Holocaust-Überlebende sich überlegen würde, welche Vergleiche sie zieht. Und warum.

Ich begann zu recherchieren, was es mit der von Vera Sharav zitierten Ähnlichkeit und Kontinuität auf sich hat. Und ich muss euch sagen: was ich in den Quellen gefunden habe, hat mich erschüttert!

Seither hat sich eine intensive Zusammenarbeit mit Vera Sharav entwickelt, und ich empfinde es als meine Aufgabe, ihr zu helfen, wo ich kann. Vielleicht hat es damit zu tun, dass meine Mutter mir einmal gestanden hat, dass ihr Lieblingsonkel, der starb als sie vier Jahre alt war, ein SS-Offizier gewesen ist. Und sicher hat es damit zu tun, dass mein Geschichtslehrer im Gymnasium weinend vor uns Zehntklässlern stand und davon erzählte, wie er als 15jähriger Knabe eingezogen wurde. „Hört nie auf, das zu hinterfragen, was euch im Namen des Gemeinwohls erzählt wird!“ Das waren seine Worte.

Doch es geht heute nicht um mich und meine Geschichte, es geht um Vera Sharav.

Als ich davon hörte, dass die Ärzte für Aufklärung eine Gedenkveranstaltung zum Nürnberger Kodex organisieren, schlug ich Vera vor, dort in Nürnberg zu sprechen. Nachdem sie sich mit Menschen wie Mary Holland und anderen langjährigen Wegbegleitern beraten hatte, willigte Vera ein.

Am vergangenen Donnerstag setzte sie erstmals einen Fuß auf den Boden jenes Landes, in dessen Namen sie und ihre Familie als Juden verfolgt und interniert wurden. Sie hat am Samstag in Nürnberg darüber berichtet, wie sie im Lager zu Tode geschunden werden sollten. Vera verlor Ihren Vater als sie fünf Jahre war. Er starb an Typhus.

Vera überlebte und kam über Palästina in die USA, wo sie seit vielen Jahren lebt und sich für die Rechte von Menschen in medizinischen Experimenten einsetzt. Ihre Organisation habe ich eingangs erwähnt.

AHRP.org lautet die Webseite.

Am vergangenen Samstag hat Vera eine lange vorbereitete und intensiv recherchierte Rede in Nürnberg gehalten, die jeder Mensch hören oder lesen sollte! Es ist eine Rede, in der Vera berichtet, welche Parallelen sie sieht. Es ist ihre persönliche Analyse dessen, was vor sich geht. Ich weiss, dass es Vera nicht leicht gefallen ist. Doch sie hat es auf sich genommen, auszusprechen, was kein Deutscher sagen darf. Selbst ein Wissenschaftler mit Thailändischen Wurzeln wie Sucharit Bhakdi darf es nicht, ohne vom deutschen Staat unbarmherzig verfolgt zu werden.

Am Montag, vorgestern, haben die Nürnberger Nachrichten einen fast ganzseitigen Bericht über die Gedenkveranstaltung geschrieben.

Es ist ein Bericht, der Vera schockiert hat, so viel darf ich sagen.

Es ist ein Bericht der Schande. So viel will ich sagen.

Es ist ein Bericht, der mit Klischees spielt. Mit den billigsten Klischees, die man sich vorstellen kann. Nicht nur, dass das „Team Menschenrechte“ als Neonazis dargestellt werden. Der Bericht trägt die Überschrift „Nazi-Verbrechen verharmlost“.

Schlimmer noch: Der Bericht verschweigt den Lesern jedes Argument von Vera, worin sie die Parallelen sieht. Es wird nur erzählt, dass sie es wagte, den Vergleich zum Dritten Reich zu ziehen und vor einer Wiederholung des Holocaust zu warnen. Und zwar, indem sie Eli Wiesel zitierte, der Auschwitz überlebte.

Allerdings, und das ist für mich der Gipfel der Verhetzung, verheimlicht die Zeitung, dass Vera selbst jüdisch ist. Sie sei „Rumänin“.

Was kommt euch in den Sinn, wenn ihr das Wort „Rumänin“ hört?

Vera sei „als Holocaust-Überlebende vorgestellt worden“. Also Hörensagen, mag sich mancher Leser fragen? Stimmt es überhaupt, oder hat gar eine „Hochstaplerin“ auf der Bühne zu den Menschen gesprochen?

Sucht man im Internet nach Assoziationen mit dem Begriff Rumäne/Rumänin kommt man auf einen „Faktencheck“. Dort heisst es:

„Faktencheck: Warum Rumänen?

Tatsächlich schwingt hier ein sehr altes Narrativ mit. Es handelt sich um die Erzählung von Zigeunern, die angeblich alles rauben würden, was nicht niet- und nagelfest ist. Das steckt letztendlich hinter dieser Geschichte und deswegen sind Personen, die südosteuropäisch aussehen, sehr schnell in Verdacht, Diebe zu sein.

Das ist auch der Grund, warum in diesen Geschichten vorschnell von Rumänen geschrieben wird. Einen Nachweis für die Kriminalität der beschriebenen Personen findet man in vielen Postings auf Facebook natürlich nicht. Das ist doch gar nicht notwendig, weil das Narrativ (also die sinnstiftende Erzählung) für sich allein schon vollkommen überzeugend ist.“

Die Nürnberger Nachrichten spielen also mit Stereotypen des „Zigeuners“, wenn man diesem Faktencheck glaubt?

Nein! Für mich grenzt es an Antisemitismus, was die Nürnberger Nachrichten sich mit Vera Sharav erlauben! Und ich sage: das dürfen wir nicht zulassen!

Wenn die Warnungen einer jüdischen Holocaust-Überlebenden neutralisiert werden sollen, indem man ihr Jüdischsein verschweigt, ist das für mich unterste Schublade. Es nimmt Vera Sharav erneut einen wesentlichen Teil ihrer Persönlichkeit. Ähnliches hat sie aus ihrer Kindheit berichtet.

Warum macht die NN das? Darüber will ich nicht spekulieren.

Aber ich will sagen, dass ich dem nicht schweigend zusehen werde. Es ist exakt das, was Marian Turski 2020 als Menetekel beschrieb, als er – in Auschwitz – davor warnte, dass wir nicht gleichgültig wegschauen dürfen, wenn Menschen in unserer Nähe in ihren Grundrechten beschnitten werden. Und genau das ist es: Vera Sharav hat ein Recht darauf, als jüdische Überlebende des Holocaust gehört zu werden! Sie soll von den Nürnberger Nachrichten diskreditiert werden, soviel steht fest. Deswegen wurde sie als „Rumänin“ dargestellt, die es wagt, einen Vergleich zum Dritten Reich herzustellen.

Was Vera verglichen und beschrieben hat, will ich hier nicht kommentieren. Jeder von Euch lese ihre Rede! Sie steht auf meiner Webseite und sie steht bei Childrens Health Defense Europe. Es ist eine wichtige Rede!

Doch wenn wir es zulassen, dass Vera Sharav so behandelt wird, dann ist der Moment nahe, vor dem Marian Turski warnte. Auch seine Rede könnt ihr auf meiner Seite nachlesen.

Vera Sharav Weiße Rose Sophie Scholl
Vera Sharav am Grab von Hans und Sophie Scholl

Gestern Abend ist Vera bei Sonnenuntergang noch an den Gräbern der Weißen Rose gewesen. Die Weiße Rose war eine Gruppe mutiger und junger Menschen, die in ihren Flugblättern „Selbstdenken und Selbstwerten“ (6. Flugblatt) der ideologischen Vereinnahmung durch das System entgegensetzen.

Genau das brauchen wir heute! Denken wir selbst! Tun wir das Richtige. Seien wir solidarisch mit Vera Sharav und boykottieren wir Medien, die wie die Nürnberger Nachrichten mit billigen Klischees arbeiten!

Man muss nicht zu den selben Schlüssen kommen, wie Vera Sharav. Aber man muss für ihr Recht eintreten, ihre Warnungen artikulieren zu dürfen. Sie hat ihre Gründe. Und wir sollten sie ernst nehmen!

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Hier ist die Rede bei Odysee

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Ute Plass
Ute Plass
1 Monat zuvor

Ist es möglich den Artikel der N N hier zu verlinken?

Albrecht Storz
Albrecht Storz
1 Monat zuvor

Auch pseudokritische „Gatekeeper“ wie Hr. Aschmoneit auf seinem corodok-Blog greift Frau Sharav an. Man erkennt an solchen Stellen genau die Funktion solcher Blogs: neben der Beobachtung des kritischen Potentials (oft nur 50% der sich kritisch gebenden Blogggemeinde, der Rest sind PR-Agenten und „Influenzer“) steht auch immer die Spaltungsabsicht. Reitschuster ick hör Dir trappsen …

Aschmoneit, Zitat: „Das ist fürchterlich dumm und nicht damit zu rechtfertigen, daß Sharav Jüdin ist. Es gibt unzählige JüdInnen, die das völlig anders einschätzen. “

Ein Mittäter!

siehe Kommentar von „aa“ (Artur Aschmoneit) unten auf ()https://www.corodok.de/nuernberg-zahlenmaessig-verhaeltnisse/

Er sieht seine Funktion darin, die Einzigartigkeit (wie pervers) des Holokaust zu verteidigen und damit die Opfer für jede aktuelle, miese politische Agenda zu missbrauchen. Das zieht sich durch seine gesamte, vom Aufwand her geringfügige Bloginszenierung.

Honi soit qui mal y pense?